Der Blickwinkel aus dem…

… wir in diese Welt hinein schauen, auf eine Situation, auf das Gefühl was wir gerade jetzt fühlen, der, der uns weiterbringt. Wie wäre es, wenn wir uns freimachen von dem was wir wissen, was wir erfahren haben, was wir glauben zu können und richten uns nur für den einen Moment neu aus. Ein Schritt in die Selbstbestimmung, vielleicht sogar, der Augenblick, der alles in deinem Leben verändert.

Ich flog wie ein Bumerang durch meine Leben

Nun war es bald so weit, mein großer Tag stand bevor. Ich freute mich auf das Spiel mit meinem Herren. Ich liebte es, wenn ich ihn so, in voller Freude erkennen durfte. Ich nutze die verbleibenden Stunden und formte mich nach meinen Vorstellungen und Wünschen für diesen besonderen, bevorstehenden Tag. In voller Vorfreude auf diesen Flug, werkelte ich noch mit meiner Leidenschaft und Kreativität an meinem Aussehen und gab mir meine persönliche Authänsität. Ich gab mir die letzte Charaktere, bevor Gott zu mir kam. Nun mein Kind, es ist so weit. Schließe deine Augen und vertraue mir, begebe dich in meine Hand. Er hauchte mir den ersten Atemstoß für dieses Leben ein. Ich sagte JA zum Leben. Ich schaute noch mit einem letzten Blick hinter die Schleier des Lebens. Nickte dem Vater zum Gruße und sprang in mein menschliches Leben. Ich flog und flog, ich flog der Weite entgegen. Ich liebte dieses Zusammenspiel des Windes und meiner Treibkraft des Köroers, wir waren eins. Ohne Rast und ohne Einsicht bahnte ich mir den Weg durch das Leben. Ich gewann an Größe, doch ich verlor an Tiefe. Ohne dass ich willentlich etwas an meinem Flug veränderte, fühlte ich eine tiefe schmerzvolle Leere, die das Tempo meines Fluges verlangsamte. Doch das Leben flog mit einer Schnelligkeit der Unfassbarkeit an meinem Bewusstsein vorbei. Ich sah Freude und Leid, Leben und Tod, Reichtum und Armut, Liebe und Hass, dich neben einander. Ich flog durch Täler der Verlassenheit, über Gipfel der Ehrfurcht. Die Leere und die Fülle dicht bei einander, gepaart mit Trauer und Freude, es gab ohne das eine, das andere nicht. Es wurde still um mich herum. Der Wind hatte seine Kraft verloren, meine Treibkraft hatte sich am Wiederstand des Lebens aufgebraucht. Ich schien mit dem Wind still zustehen, eng umschlungen. Ich hatte Angst den Halt meines Herren zu verlieren, ich drohte in die Tiefe der Endlosigkeit zu stürzen. Doch es regte sich in mir eine feine, zärtliche Prise. Ein liebevolles Streicheln um hauchte mich. Ich begann mich wieder zu bewegen. Ich erhörte eine neuartige, ungewohnte  Stimme in mir, die ich Augenblicklich wiederzuerkannte vermochte und von tiefstem Herzen vertraute. Ich folgte nun meiner neuen Stimme. Ich wurde wieder stärker und stärke. Ich drehte mich in willenloser Leidenschaft dem Winde entgegen. Der Wind und ich waren wieder eins. Ich genoss dieses Zusammenspiel des Windes und meiner Treibkraft der Seele, mit verschlossenen Augen. Der Flug nahm ein jähes Ende. Ich fühlte einen bedingungslosen Halte in meinem Herzen. Diese Kraft die mich hielt, umklammerte mich fest. Ich öffnete noch ganz benommen von diesem langen Flug und dem abrupten Ende meine Augen. Ich lag in der Hand meines Herren. Es war alles so unwirklich, gab es diese Zeit des Fluges wirklich? In diesem Moment blickte ich in die Augen meines Herren. Herr, sagte ich, ich bin wieder zurück. Mein Herr schaute mich an und erwiderte, du warst nie weg von mir, mein Kind. In diesem Moment zählte nichts mehr, außer der tiefen Liebe zu meinem Herren.

Copyrigth @Pia Andrea Achten

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